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DJ UPDATE: Krise führt zu Geschäftseinbruch bei HeidelbergCement

10.02.2010, 11:50
(NEU: Details, Hintergrund Aktienkurs)

Von Natali Schwab
DOW JONES NEWSWIRES


HEIDELBERG (Dow Jones)--Die HeidelbergCement AG hat im vergangenen Jahr aufgrund der Wirtschaftskrise erhebliche Einbußen bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. So brach die Nachfrage nach Baustoffen ein. Zudem musste das Unternehmen im vierten Quartal in Nordamerika und Spanien einen dreistelligen Mio-EUR-Betrag abschreiben. Negativ wirkten sich außerdem Wechselkurseffekte aus.

Für 2010 geht HeidelbergCement lediglich von einer zögerlichen Erholung der Bauindustrie insbesondere in Nordamerika und Europa aus. Konjunkturpakete, insbesondere in den USA, dürften ihre volle Wirkung erst im Laufe des Jahres entfalten. In Asien sieht HeidelbergCement dagegen ein beschleunigtes Wachstum für China, Indien, Indonesien, Malaysia und Australien.

Konzentrieren will sich der Konzern, der im vergangenen Jahr wegen seiner hohen Verbindlichkeiten in die Schlagzeilen geraten war, auf den Cashflow sowie stabile Margen. Die Verschuldung soll weiter abgebaut und die Finanzkennzahlen verbessert werden. Daher plant das MDAX-Unternehmen mit dem Programm "FitnessPlus" weitere 300 Mio EUR einzusparen, nach 550 Mio EUR im vergangenen Jahr.

Nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung und einer Benchmarkanleihe im vergangenen Jahr hat HeidelbergCement ihre Finanzierungsstruktur mit im Januar begebenen Euro-Bonds weiter verbessert und die Bankschulden gesenkt. Das Unternehmen sieht sich nun in einer "guten Ausgangslage", um seine bestehenden Kreditlinien mit besseren Konditionen neu zu verhandeln. Ende 2009 sollte die Nettoverschuldung früheren Prognosen zufolge auf unter 8,5 Mrd EUR gesunken sein.

Die von HeidelbergCement am Mittwoch vorgelegten vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr fielen hingegen insgesamt schlechter aus als vom Markt prognostiziert. Vor allem im vierten Quartal lagen Umsatz und Ergebnis unter den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten, die im Mittel ihrer Schätzungen mit einem Umsatz von 2,86 Mrd EUR und einem operativen Ergebnis von 342 Mio EUR gerechnet hatten.

HeidelbergCement wies für die letzten drei Monaten des Jahres ein Umsatzminus von 19,3% auf 2,73 Mrd EUR aus. Das operative Ergebnis verschlechterte sich dabei überproportional um 49,6% auf 290 Mio EUR. Vor Abschreibungen sank das operative Ergebnis auf 496 (784) Mio EUR.

Das Unternehmen erwartet dabei für das vierte Quartal eine Goodwill-Abschreibung von 404 Mio EUR. Diese bezieht sich den Aussagen zufolge hauptsächlich auf den Geschäftsbereich Bauprodukte in Nordamerika und die Geschäftstätigkeit in Spanien und ist auf die schwache Entwicklung insbesondere des privaten Wohnungsbaus in diesen Regionen zurückzuführen.

Der Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton verringerte sich bereinigt um Konsolidierungseffekte um 6%, 15,9% und 12,2%. Das Asphaltvolumen stieg dagegen um 5,8% gegenüber dem Vorjahr.

Im Gesamtjahr sank der Umsatz um 21,6% auf 11,12 Mrd EUR. Im zweiten Halbjahr habe sich dabei der Umsatzrückgang in den Industriestaaten in Nordamerika und Europa infolge zunehmender Investitionen in Infrastruktur und einer Bodenbildung beim privaten Wohnungsbau abgeschwächt, berichtete das Unternehmen. Der Wirtschaftsbau sei allerdings weiter zurückgegangen. Im vierten Quartal hätten zudem schlechte Wetterbedingungen das Geschäft belastet.

Im Gegensatz dazu habe sich der Umsatz in den Wachstumsmärkten in Asien stabilisiert; die Ergebnisse seien dank einer Markterholung und Rückkehr zu beschleunigtem Wachstum gestiegen.

Operativ verdiente HeidelbergCement mit 1,32 Mrd EUR 38,6% weniger als im Vorjahr. Auch vor Abschreibungen war der operative Gewinn mit 2,1 (2,95) Mrd EUR deutlich niedriger. Dagegen fiel der Rückgang der Marge auf 18,9% (20,8%) nicht ganz so stark aus. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele begründete dies mit dem frühzeitig eingeleiteten Kostensenkungsprogramm, welches höhere Einsparungen gebracht habe als ursprünglich erwartet.

HeidelbergCement hatte die Kapazitäten und Kosten an die schwache wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere in Nordamerika, angepasst. Dies führte auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen: Ende 2009 waren 53.963 Mitarbeiter bei HeidelbergCement beschäftigt, etwa 1.800 weniger als Ende September 2009 und fast 7.000 weniger im Vergleich zum Vorjahresende.

Die Aktie des als DAX-Aufstiegskandidaten gehandelten Unternehmens büßte zu Handelsbeginn rund 5% ein. Im Handelsverlauf reduzierte die Aktie jedoch ihren Verlust und notierte am späten Vormittag nahezu unverändert bei 42,52 EUR.



Webseite: www.heidelbergcement.com
-von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119,
consumer.de@dowjones.com
DJG/nas/brb
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de


(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2010 05:17 ET (10:17 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.

 


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