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DJ Wall Street schließt uneinheitlich - Griechenland im Blick 27.01.2012, 22:50
NEW YORK (Dow Jones)--Die US-Aktien sind am Freitag mit uneinheitlichen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index (DJIA) fiel um 0,6 Prozent bzw 74 auf 12.661 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,2 Prozent bzw 2 Punkte auf 1.316. Der technologielastige Nasdaq-Composite entzog sich unterdessen dem negativen Trend und legte leicht zu um 0,4 Prozent bzw 11 auf 2.817 Punkte. Die Standardwerte litten unter enttäuschenden Daten zum Wirtschaftswachstum der USA und schwächer als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen wichtiger US-Unternehmen. Dazu gesellten sich die anhaltenden Unsicherheiten über die Schuldenverhandlungen in Griechenland und die Abstufung von fünf Euro-Ländern durch die Ratingagentur Fitch.
Umgesetzt wurden 0,85 (Donnerstag: 0,87) Milliarden Stück. Dabei wurden 1.944 (1.492) Kursgewinner und 1.062 (1.544) Verlierer gezählt, unverändert schlossen 109 (91) Titel.
Von Seiten der europäischen Schuldenkrise kam die Meldung, dass Griechenland in den Verhandlungen mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenerlass kurz vor einer Einigung steht. Vertreter der EU und der beteiligten Parteien äußerten sich optimistisch, dass die immer wieder vertagen Gespräche noch am Wochenende zu einem Abschluss kommen. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn hielt das für wahrscheinlich: "Wir sind auf den letzten Metern der Verhandlungen."
Anleger vorsichtig bei Griechenland
Viele Marktteilnehmer zeigten sich angesichts der vielen Unsicherheiten aber dennoch skeptisch: "Heute dreht sich alles um Europa, und dabei vor allem um Griechenland", sagte Jim Russell von US Bank Wealth Management und fügte hinzu: "Die Leute verweigern das Vertrauen. Es ist eine Art besser-sicher-als-armselig-Ansatz, zumal wir zuvor schon enttäuscht wurden." Ein anderer Händler merkte an, dass niemand vor dem Wochenende und dem am Montag anstehenden EU-Sondergipfel größere Positionen halten wolle.
Unterdessen stufte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnoten von fünf Euro-Ländern wegen einer prekären finanziellen und wirtschaftlichen Situation ab. Allerdings war ein derartiger Schritt nach dem jüngsten Rating-Rundumschlag in Europa durch Standard & Poor's bereits erwartet worden und wirkte sich daher kaum aus. Die Noten für Italien, Spanien, Belgien, Slowenien und Zypern wurden zurückgenommen. Die Kreditwürdigkeit von Irland wurde hingegen bestätigt. Zugleich erhielten die Bonitätsnoten aller sechs Länder einen negativen Ausblick, was eine weitere Abstufung in den nächsten Monaten als möglich erscheinen lässt.
US-Wachstumsdaten enttäuschen
Konjunkturseitig enttäuschte das Bruttoinlandsprodukt der USA, das im vierten Quartal des vergangenen Jahres verglichen mit dem Vorquartal um 2,8 Prozent gestiegen ist. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten ein Wachstum um 3,0 Prozent prognostiziert. Der Index der Universität Michigan für die Verbraucherstimmung in den USA erreichte in der zweiten Umfrage einen Stand von 75,0 im Januar und lag damit etwas über der Konsensprognose von 74,5. Die erste Umfrage hatte einen Indexstand von 74,0 ergeben. Allerdings rechneten die Befragten auch mit einer stärkeren Inflation. Auf Sicht von zwölf Monaten stiegen die Inflationserwartungen auf 3,3 Prozent von 3,1 im Vormonat.
Daneben galt das Interesse den Quartalsbilanzen von Unternehmen wie Procter & Gamble und Ford. Der Automobilkonzern Ford hat im vierten Quartal zwar den Umsatz gesteigert, aber einen niedrigeren Vorsteuergewinn verzeichnet. Die Ford-Aktie verlor 4,5 Prozent auf 12,21 Dollar. Der Automobilsektor büßte Prozent ein.
Procter & Gamble fielen um 0,8 Prozent auf 64,30 Dollar. Der Konsumgüterhersteller hat im zweiten Geschäftsquartal (per Ende Dezember) einen Gewinneinbruch verzeichnet und sieht sich gezwungen, seine Ertragsziele für das laufende Geschäftsjahr zu senken. Chevron verloren nach der Veröffentlichung von Viertquartalszahlen 2,5 Prozent auf 103,96 Dollar. Das schwache Downstream-Geschäft hat dem Ölkonzern die Quartalsbilanz verhagelt.
Im Technologiesektor verbilligten sich Juniper Networks um 3 Prozent auf 21,69 Dollar. Das Unternehmen hat am Donnerstag nach Börsenschluss einen Zwischenbericht zum ersten Geschäftsquartal veröffentlicht, der die Erwartungen der Analysten verfehlte.
Solutia haussierten um 41,1 Prozent auf 27,52 Dollar. Das Spezialchemie-Unternehmen hat in die Übernahme durch Eastman Chemical für 27,65 Dollar je Aktie eingewilligt. Eastman Chemical selbst legten um 7 Prozent auf 50,41 Dollar zu.
Daneben sorgten Meldungen über den Börsen gang von Facebook für Aufmerksamkeit. Facebook könnte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge bereits am kommenden Mittwoch die Unterlagen für den lang erwarteten Börsengang einreichen. Das Internetnetzwerk visiere dabei eine Bewertung von 75 Milliarden bis 100 Milliarden US-Dollar an, sagte eine informierte Person dem Blatt. Morgan Stanley sei kurz davor, den Zuschlag als Leadmanager zu erhalten. Der Börsengang wird einer der größten in der US-Geschichte sein.
DJG/DJN/kko
(END) Dow Jones Newswires
January 27, 2012 16:17 ET (21:17 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
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